Der Verkauf von illegalen Waffen hat sich in der Ukraine im vergangenen Jahr verdoppelt, so die nationale Polizei, viele der Waffen seien aus dem Osten des Landes, wo ein Krieg gegen die von Russland unterstützten Truppen stattfindet, geschmuggelt wurden.

"In diesem Jahr haben wir zwei große Suchoperationen durchgeführt, dabei ging es um Waffen und Explosivstoffe", sagte Vyacheslav Abroshkin, der erste stellvertretende Leiter der ukrainischen Nationalpolizei, als er nach Angaben der Organized Crime & Corruption Reporting Organisation (OCCRP) mit Reportern über die steigende Zahl der Beschlagnahmungen durch die Polizei sprach.

"Während einer dieser Operationen wurden 913 Schusswaffen, 804 Granaten und 266 Sprengstoffe aus dem illegalen Handel beschlagnahmt. Außerdem wurden fast 100.000 Einheiten Munition und 195 Kilogramm Sprengstoffe beschlagnahmt", so Abroshkin.

Abroshkin sagte weiter, dass eine primäre Herausforderung für die nationale Polizei der Ukraine darin besteht, Versorgungswege für den Schmuggel zu finden und zu eliminieren, besonders jene aus dem unruhigen Osten der Ukraine in den Westen des Landes, wo es keine Kampfhandlungen gibt.

Die Ukraine ist seit langem ein Hotspot im globalen Waffenhandel, eine Situation, die sich seit dem Beginn des von Russland initiierten Konflikts im Osten 2014 verschärft hatte. Experten befürchten, dass mehr Waffen in der Ukraine zu mehr Waffenlieferungen nach und innerhalb Europas führen könnten. So wie durch den Krieg auf dem Balkan in den 1990er Jahren schätzungsweise 6 Millionen Waffen auf dem Kontinent zirkulierten.

Es gibt zudem Beweise dafür, dass viele der Waffen, die jetzt nicht-staatlichen Gruppen in der Ukraine unterstellt sind, in die Hände von organisierten kriminellen Gruppen fallen, die Waffen an den Nahen Osten verkaufen, oft geschehe dies über Odessa.

Ein Faktor, der illegale Waffenverkäufe aus der Ukraine vorantreibt, ist der jüngste Bitcoin-Hype des Landes und daraus entstehende illegale Handlungen.

Einige illegale Bitcoin-Geschäfte seien durch von Russland unterstützte Kräfte im Donbass und Luhansk durchgeführt worden, sagten Beamte, die die Befürchtung äußerten, dass Kryptowährungen den Waffenhändlern neue Wege zum Verkauf ihrer Waren eröffnen könnten.

"Mangelnde Regulierung bedeutet, dass Kryptowährungen verwendet werden, um den Terrorismus zu finanzieren, insbesondere in den besetzten Gebieten der Ukraine", so das Innenministerium der Ukraine in einer Erklärung.