Die Disziplinarkommission habe dem Leiter der Sonderstaatsanwaltschaft für Korruptionsbekämpfung (SAPO) Nazar Cholodnyzkyi die heimlich aufgenommenen Aufzeichnungen seiner Gespräche noch nicht übermittelt. Auch äußerte sich Cholodnyzkyi über die Aussage von Generalstaatsanwalt Juri Luzenko, über einen möglichen Rücktritt innerhalb von zwei Wochen.

"Dies ist nur eine Aussage von vielen. Ich warte auf eine Sitzung der Kommission, um meine Erklärungen abzugeben, einschließlich mündlich. Es ist eine Woche her, seit ich eine schriftliche Beschwerde erhalten habe. Aber die Kommission hat mir noch nicht die relevanten Datenträger übergeben. So, dass ich es von ihnen hören - und verstehen könnte: Was wird mir überhaupt vorgeworfen?", sagte Cholodnyzkyi.

Cholodnyzkyi schließt nicht aus, dass der Prozess wegen "bestimmter Zwecke" verzögert wird. Er sei sich zudem sicher, dass viele Personen an seinem Rücktritt interessiert seien.

"Was die Aussagen des Generalstaatsanwalts und besonders Sytnyk betrifft [Artem Sytnyk ist der Direktor des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine]. Wollen alle wirklich, dass ich gehe. Warum passiert das? Niemand will einen unabhängigen Staatsanwalt. Jeder will eine Marionette haben, um bestimmte Gebiete zu kontrollieren. Also, macht unsere Institution alles richtig. Ich warte auf das Treffen und die Entscheidung der Kommission. Lassen Sie die Kommission zu Wort kommen. Öffentlich. Erst dann wird wirklich klar sein, welche Mitglieder stimmen dafür [Entlassung Cholodnyzkyis] und welche dagegen. Dies wird unter anderem ein Indikator für die Unabhängigkeit der Kommission sein", so der Antikorruptionsstaatsanwalt.