Der Bürgermeister von Odessa Gennadi Truchanow soll Mitglied einer kriminellen Bande aus Odessa gewesen sein, auch soll er bedeutende Anteile an vier Auslandsgesellschaften in britischen Steueroasen besessen haben.

Dies wird von der "BBC" mit Bezug auf die Dokumente von den "Paradise Papers" berichtet.

Nach Angaben der Journalisten gehörte Truchanow zu einer kriminellen Gruppe aus Odessa, deren Mitglieder Geld durch die Ölindustrie verdienten.

In den 90er Jahren während des Zusammenbruchs der UdSSR gelang es Mitgliedern der Gruppe, in europäische Länder zu ziehen. Sie verwendeten hauptsächlich Italien als ihre Basis. Dann begann die Polizei, sie zu verdächtigen, Drogen und Waffen zu schmuggeln.

"Vier Jahre lang haben Anti-Mafia-Ermittler ihre Schritte verfolgt und Mitglieder der Gruppe über den Kontinent verfolgt, die Polizei hat ihre Telefongespräche aufgezeichnet und was die Männer erzählten, war extrem grausam", so die BBC.

"Sie beschrieben Morde, die besonders grausam waren", - erinnert sich der stellvertretende Kommissar der italienischen Staats-Polizei Nuntius Savino. Trotz der Beweise aus den Telefongesprächen wurden die meisten Bandenmitglieder nie angeklagt, weil ihre Verbrechen nicht in Italien begangen wurden. Schließlich wurde die Anti-Mafia-Untersuchung beendet. Truchanow kehrte nach Odessa zurück, um seine politische Karriere zu beginnen.

Verwicklung in "Offshore-Gesellschaften"


Dank der Dokumente der Paradise Papers erhielten investigative Journalisten Zugriff auf die Dokumentation der Anwaltskanzlei "Appleby", die Offshore-Dienste anbietet.

Dadurch wurde bekannt, dass der Londoner Buchhalter Alexander Popivker mit Appleby Dutzende von Offshore-Unternehmen - bekannt als Rubicon Group - gegründet und geleitet hatte. Einige dieser Firmen benutzten Mitglieder der Bande von Odessa, zu der laut der BBC auch der Bürgermeister von Odessa gehörte.

"Die Paradise Papers weisen darauf hin, dass Gennadi Truchanow große Anteile an den vier von Appleby betriebenen Offshore-Gesellschaften hatte". Die Gesellschaften sollen vorrangig zur Geldwäsche genutzt worden sein.

Truchanow dementierte die Berichte, aus den veröffentlichten Informationen. Er betonte, dass diese nur "seine Ehre, Würde und seinen Ruf beschädigen" sollen.