Der ehemalige Polizist Anton Malkov, berichtet bei Facebook warum so viele seiner ex-Kollegen, den Job als Polizist kündigen.

Ständige Müdigkeit ist laut Malkov, der Grund Nr. 1. Der Zeitplan der Patrouillen ist sehr eng gestaffelt: Jeweils 2mal, 13-Stunden-Tagesschichten hintereinander, darauffolgend 2freie Tage. Im Anschluss: 2mal, 13-stündige Nachtschichten und 2 Ruhetage. Im immer wiederkehrendem Rhythmus. "Mein Körper konnte sich zu keiner Zeit, an diesen Rhythmus gewöhnen", berichtet der junge ex-Polizist.

Darüber hinaus und im Gegensatz zu den bestehenden Vorschriften, müssen Polizeibeamte, auch an ihren eigentlich freien Tagen und an Feiertagen arbeiten. Auch bei Notfällen, oder Politikerbesuchen, werden die Polizisten spontan und von zu Hause aus, in den Dienst beordert, berichtet Malkov.

Die geringe Bezahlung ist Grund Nr. 2. "Meine monatliche Bezahlung betrug 8.000UAH, oder umgerechnet 300Dollar. Durch den Kursverfall der Hriwna, lag der Lohn eher bei 250Dollar, oder darunter. "Dies entspricht dem Lohn eines Autowäschers, Kellners, oder Sandwichverkäufers", so der ex-Polizeibeamte. "Aber die Risiken, als Polizist im Einsatz, sind deutlich höher", fügt er hinzu. Schmiergeld, habe er persönlich, jedoch niemals angenommen. Die Bezahlung sei "eine Schande, in Anbetracht der hohen Risiken für Leib und Leben, sowie der Korruptionsgefahr".

Das andauernde Ahnden, von kleineren Kavaliersdelikten, ist der Grund Nr. 3. Patrouillen müssen die durch das Budget, fest eingeplanten Einnahmen, durch Aussprechen von Geldstrafen, korrigieren. So müssen regelmäßig Strafen für das Rauchen an öffentlichen Orten-, Überqueren von Strassen bei roter Ampel- und kleineren Delikten von Autofahrern, ausgesprochen werden. Grössere Vergehen, oder Verbrechen können so oftmals nicht zeitnah geahndet werden.

Dennoch, der ehemalige Polizeibeamte, ist trotz der Unzulänglichkeiten stolz darauf, in der Polizei gedient zu haben. Die Arbeit bei der Polizei habe ihn vieles gelehrt. Auch die Erschaffung, der "neuen" Polizei in der Ukraine, war ein positiver Schritt, berichtet Malkov.