Mariupols Bezirksgericht Zhovtnevyy verurteilte am 28. Dezember, Oleksandr Fomenko, zu sechs Jahren und neun Monaten Haft. Am 1. Juni 2014 ernannte sich Fomenko zum "Volksbürgermeister" der Stadt Mariupol.

Das Gericht befand ihn des Separatismus und der Machtergreifung für schuldig.

Fomenko befand sich vom 12. Juni 2014 bis zum 20. Juni 2017 in einem Untersuchungsgefängnis. Das Gericht wird dies unter dem inzwischen nicht mehr existierenden "Savchenko-Gesetz" berücksichtigen. Das Gesetz zählt einen Tag in einem Untersuchungsgefängnis als zwei Tage in einer normalen Haftanstalt, was bedeutet, dass Fomenko die meiste Zeit seiner Haftstrafe bereits abgesessen hat.

Ein lokales Medienportal berichtete zudem, Fomenko habe seine Schuld teilweise geleugnet. Er sagte, dass er sein ganzes Leben lang an öffentlichen Aktivitäten teilgenommen - und an jeder Kundgebung in der Stadt teilgenommen hatte. Als die Anwesenden ihn anboten, neuer "Bürgermeister" zu werden, hatte er keine andere Wahl, als zuzustimmen, fügte er hinzu.

Der Angeklagte sagte auch, dass er zu niemanden in der separatistischen "Volksrepublik Donezk" Kontakt hatte, erst im Internet davon erfuhr und einfach die Schaffung eines Kontrollorgans für die Stadtbehörden forderte.

Fomenko nannte sich selbst ein Bürger der Ukraine und bestand darauf, dass er nicht die Gründung anderer "Republiken" anstrebe.

Nach den Zeugenaussagen von ukrainischen Soldaten und anderen Zeugen, die an der Festnahme des "Volksbürgermeisters" beteiligt waren, befand das Gericht ihn für schuldig.

Fomenkos Verteidigung kann das Urteil noch anfechten.