Das Moskauer Stadtgericht verurteilte den estnischen Geschäftsmann Raivo Susi, wegen Spionage zu 12 Jahren Haft in einer strikt abgesicherten Strafkolonie.

"Ich erkenne Raivo Susi als schuldig an, eine Straftat nach Artikel 276 (Spionage) des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation begangen zu haben und verurteile ihn zu einer Haftstrafe von 12 Jahren, in einer strikten Strafkolonie", ließ der Richter am Montag verkünden.

Der Fall von Susi galt als "streng geheim" - der Prozess wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt.

Der Geschäftsmann wurde am 10. Februar 2016 in Moskau in der Transitzone des Flughafens Sheremetyevo auf dem Weg von Tallinn, in eine der zentralasiatischen Republiken festgenommen und anschließend durch das Moskauer Gericht in Lefortowo verhaftet. Gemäß dem Rechtsanwalt, Alexey Tolpegin, wurde sein Klient mit Spionage im Zusammenhang mit Ereignissen, die in den Jahren 2004-2007 stattgefunden haben sollen, angeklagt.

Die Haftgründe gelten als fadenscheinig. Raivo Susi bestreitet kategorisch seine Schuld und berichtet, dass er eine Geisel in den angespannten Beziehungen zwischen Russland und Estland geworden ist.

Laut Unternehmensregister von Estland ist Susi Miteigentümer der Firmen "Laki Auto" und "Musket", die sowohl Flugzeugteile liefern, als auch Flugzeuge reparieren.

Laut Medienberichten ist seine Firma "Musket" auf der Liste als Vermittler von Militärgütern des Außenministeriums aufgeführt. Die Firma soll mit Waffen, Munition, Land-, Wasser- und Luftfahrzeugen sowie Schutzkleidung handeln. Seine Kunden waren Millionäre von Luftverkehrsclubs der Russischen Föderation, Englands, der USA und Westeuropas.

Bereits im Dezember letzten Jahres äußerte der Este Zweifel, dass die Behörden von Estland und Russland sich auf einen Deal einigen würden. Zuletzt kündigte der estnische Außenminister nun aber überraschend seine Unterstützung an.

Zudem soll es mehrere Verfahrensfehler gegeben haben, die dem Geschäftsmann eine Revision ermöglichen könnten. Ein Verfahrensschritt, der in Russland allerdings wenig Chancen auf Erfolg verspricht.