Die Pro-Kreml-Webseite PolitNavigator hat die Worte des Vertreters des UN-Hochkommissar für Flüchtlinge Pablo Mateu falsch zitiert, und hat dabei gefälschte Nachrichten verbreitet. Anstatt der reißerischen Version von PolitNavigator, dass die UNO den „weit aufgerissenen Mäulern der ukrainischen Regierung“ kein Geld mehr geben will, hat Pablo Mateu tatsächlich die Notwendigkeit erklärt, das Geld für langfristige Lösungen zu verwenden.

Des Weiteren hat PolitNavigator auch festgestellt, dass Mateu angeblich die ukrainische Armee im Donbas „Besatzer“ genannt haben soll, was auch nicht der Realität entspricht.

In seinem Artikel hat PolitNavigator ein völlig verzerrtes Zitat von Pablo Mateu verwendet. Im Artikel werden die folgenden Worte wiedergegeben: „Wir sollten kein Geld in die weit aufgerissenen Mäuler der ukrainischen Regierung investieren“. In einem weiteren Zitat auf der Webseite hat Pablo Mateu angeblich gesagt, dass „wir mit der Deutschen Bank und den anderen Organisationen zusammenarbeitet haben, die auch erklären, dass der ukrainische Budget für 2018 einen mageren Geldbetrag umfasst.“

Die Seite fügte ein weiteres verzerrtes Zitat von Mateu dazu:
„Es gibt solche Familien, deren Häuser von der ukrainischen Armee besetzt sind. Sie sollten dafür eine Entschädigung bekommen“.

Diese Fälschung wurde von TRK Zvezda, Eadaily.com, Amdn.news, Antifaschist, planet-today.ru, Politischeskoe Obozrenie, Allpravda.info, jpgazeta.ru und anderen wiederveröffentlicht.

Was war tatsächlich passiert?

Der Vertreter des Büros des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen, Pablo Mateu, nahm an einer vom Atlantic Council organisierten Diskussionsrunde teil. Thema „Der Schlüssel zur friedlichen Agenda liegt in den Händen der ukrainischen Binnenflüchtlinge“.

Im Rahmen dieser Diskussion sagte Pablo Mateu tatsächlich:

„Das zweite Thema sind langfristige Lösungen. Ich denke, dass es an der Zeit ist, diesem Thema die notwendige Aufmerksamkeit zu geben, und wir müssen auch anfangen, unser Geld dort zu investieren, wo es notwendig ist, wenn es um dauerhafte Lösungen geht. Wir alle – Geber, internationale Organisationen, NGOs und insbesondere die ukrainische Regierung“. (Im Video von 06:34)

Pablo Mateu verwendet die Phrase „die weit aufgerissenen Mäuler der ukrainischen Regierung“ nirgends!

Was die Deutsche Bank anbelangt, die angeblich eine geringe Menge an Geld in dem Haushalt der Ukraine pumpt, geht es dabei in Wirklichkeit um die Zusammenarbeit der KfW-Bank, des UNHCR (UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge) und des Ministeriums für die vorübergehend besetzten Gebiete und Binnenflüchtlinge der Ukraine. Genauer gesagt geht es um die Gestaltung des sozialen und bezahlbaren Wohnungsraumes für Binnenflüchtlinge. In der Rede bewertet Pablo Mateu selbst, dass das Geld, das den sozialen Wohnungsbau im Staatsbudget für 2018 vorgesehen, „sehr gering“ ausfällt (Im Video von 06:34).

In Bezug auf die ukrainische Armee, die Mateu angeblich „Besatzer“ genannt hat, sagte der Vertreter des Büros des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen, dass die Häuser belegt sind („occupied“), und nicht „besetzt“ sind. Dieses Zitat: „Wir haben Familien in der Ostukraine, deren Häuser von der ukrainischen Armee belegt sind, aus dem Grund, den wir kennen“ – ist im Video bei 08:07 zu hören.

Beitrag von unserer Partnerseite: StopFake