Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel sagte am Vorabend seines zweitägigen Besuchs in der Ukraine, der Konflikt im Donbass sei "weder eingefroren noch vergessen". Die Ukraine kündigte nebenher juristische Schritte gegen Adidas und Volkswagen an.

"Wir betrachten diesen Konflikt weder als eingefroren noch als vergessen, er ist äußerst aktuell und äußerst gefährlich", sagte Gabriel am 3. Januar in Berlin, bevor er nach Kiew flog. Sein Besuch sollte den Ukrainern zeigen, dass Deutschland sie nicht in schwierigen Zeiten alleinlassen wird, fügte er hinzu.

"Bis jetzt gibt es im Donbass noch zu viel Schüsse, und bis jetzt gibt es eine große Anzahl von Waffen in dieser Region". Gabriel nannte auch die "zwei Symbole der Hoffnung" den Austausch von Gefangenen und eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand. "Das sollte weitergehen ... Wir werden weiterhin alles tun, um eine Lösung für diesen Konflikt zu finden, der letztendlich der Region Frieden bringen wird", fügte Gabriel hinzu.

Klimkin: Situation im Donbass angespannt und kein echter Waffenstillstand

Der Außenminister der Ukraine, Pavlo Klimkin, informierte den deutschen Außenminister über die angespannte Situation und die Angriffe im Donbass trotz des Waffenstillstands, wie er in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gabriel sagte.

"Ich habe Sigmar die aktuelle Situation im Donbass ausführlich beschrieben. Es ist sehr angespannt. Wir haben keinen echten Waffenstillstand. Alleine in den letzten Tagen hatten wir 60 Angriffe, über ein Drittel der Angriffe - durch eigentlich verbotene Waffen. Wir haben drei unserer Kämpfer verloren, 15 sind verwundet", sagte Klimkin.

Der neue Weihnachtswaffenstillstand wurde am 23. Dezember im Donbass gestartet. Seitdem haben die überwiegend russischen Söldner den Waffenstillstand systematisch verletzt.

Klimkin hatte auch Kritik an Adidas und Volkswagen geäußert. Sie würden "die Krim als russisch betrachten und dort Geschäfte machen". Die Ukraine werde nun juristische Schritte gegen die beiden Großunternehmen einleiten.

Dies berichtete der ZDF-Korrespondent Andreas Kynast bei Twitter.