Heute ist der 4. Jahrestag der tragischen Ereignisse in der Schwarzmeerstadt Odessa, als während massenhafter Auseinandersetzungen 48 Menschen ums Leben gekommen waren.

Am 4. Mai 2014 befand sich die Krim bereits unter der russischen Okkupation, im Osten des Landes wurden bereits Kampfhandlungen geführt, aber das Land lebte größtenteils friedlich, trotzdem herrschten bereits Spannungen. Und Odessa war keine Ausnahme - für den Abend war ein Fußballspiel eingeplant, die Bewohner der Stadt beschäftigten sich also eher mit alltäglichen Dingen.

Ungeachtet der Versuche des Kremls, „den Russischen Frühling“ vorrücken zu lassen und „die Odessaer Volksrepublik“ auszurufen, waren die Versuche vergeblich und die Situation in der Stadt war laut den damaligen Schätzungen der OSZE relativ ruhig.

Die tragischen Ereignisse an diesem Tag entwickelten sich sehr rasant, was nicht nur die Ukrainer, sondern auch die ganze Welt schockierte. Kurz vor dem Fußballspiel zwischen "Tschernomorez" Odessa und "Metallist" Charkiw war ein gemeinsamer Fanmarsch beider Mannschaften und der proukrainisch gestimmten Odessiten durch die zentralen Straßen der Stadt eingeplant.

Als die Fussballfans und weitere proukrainische Demonstranten beim Aleksandriwski-Prospekt angekommen waren, wurden sie direkt von Antimaidan-Teilnehmern angegriffen, dabei starben zwei Personen der proukrainischen Demonstranten durch Schüsse. Bald verbreiteten sich die massenhaften Auseinandersetzungen auf alle zentralen Straßen von Odessa. Die Situation geriet völlig außer Kontrolle. Die proukrainisch gestimmten Menschen begannen, die Antimaidan-Aktivisten zum Ort ihres Zeltlagers - zum Kulikow-Feld - zu drängen. Das Zeltlager der prorussischen Personen fing Feuer und die Antimaidan-Teilnehmer verbarrikadierten sich im Haus der Gewerkschaften des Gebiets Odessa. Die beiden Konfliktparteien bewarfen einander mit Molotow-Cocktails und es fielen Schüsse. Kurz darauf brach ein Feuer im Gewerkschaftsgebäude aus, insgesamt sind im Verlauf der Unruhen in Odessa 48 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 200 Personen mussten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Die Mehrheit der Opfer der Tragödie ist im Haus der Gewerkschaften umgekommen.

Eine Untersuchung hat ergeben, dass die massenhaften Auseinandersetzungen in Odessa organisiert und absichtlich geplant worden waren. Einer der Hauptorganisatoren, Wladislaw Ilnitsky, ist bereits vor längerer Zeit nach Russland geflohen. Laut dem Beschluss des Stadtrats von Odessa wird am heutigen Tag den Opfern der Tragödie gedacht.


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