Der russische Journalist und Kremlkritiker Arkadi Babtschenko ist am Leben. Seine "Ermordung" war eine Sonderoperation des Inlandsgeheimdienstes der Ukraine [SBU].

Babtschenko hatte sich heute Abend vor Journalisten auf einer SBU-Pressekonferenz in Kiew geäussert.

"Ich möchte mich für das entschuldigen, was Sie alle ertragen mussten, für das, was Sie erleben mussten. Ich habe viele Freunde und Kollegen viele Male zu Grabe tragen müssen und ich kenne dieses ekelerregende Gefühl. Verzeihen Sie, dass ich Sie gezwungen habe, all dies zu erleben, aber es konnte nicht anders gemacht werden", sagte Babtschenko.

"Soweit ich weiß, war diese Operation zwei Monate lang vorbereitet worden. Ich wurde vor einem Monat darauf aufmerksam gemacht. In diesem Monat habe ich gesehen, wie die Jungs arbeiten, wie ordentlich und hart sie arbeiten. Wir haben schlussendlich am Ende diese geheime Operation durchgeführt, bei der eine Person bereits festgenommen und in Gewahrsam genommen wurde. Das Verbrechen wurde begangen und bewiesen", so Babtschenko weiter.

Der SBU seinerseits hatte berichtet, dass die Geheimdienstbeamten einen Verdächtigen verhaftet hätten, der mit Vorbereitungen auf eine bezahlte Ermordung des Journalisten beschäftigt war. Die Operation des ukrainischen Geheimdienstes wurde auf dem höchsten Sicherheitsniveau durchgeführt.

"Ich hätte der Familie mein Beileid aussprechen sollen, aber im Gegenteil, ich möchte sie grüßen ... Ich möchte Arkadi Babtschenko zu seinem dritten Geburtstag gratulieren," sagte SBU-Chef Wasyl Hryzak, der bei der Presseveranstaltung anwesend war.

Laut dem SBU-Chef habe der russische Geheimdienst einen Bürger der Ukraine mit dem Codenamen "G" rekrutiert. Er bot einem Freund, einem ehemaligen Soldaten der in der Ostukraine gekämpft hatte an, den Auftragsmord für eine Belohnung von 30.000 Dollar durchzuführen und bezahlte ihm 15.000 Dollar im Voraus.

Neben dem Geld stellten die russischen Sonderdienste ihrem Agenten "G" auch ein Dossier über Babtschenko mit detaillierten Informationen über seine journalistischen Aktivitäten und sein Privatleben zur Verfügung, einschließlich persönlicher Daten über ihn, seiner Frau, Eltern und Kinder sowie deren Telefonnummern und Bankkonten, Accounts in sozialen Netzwerken und Passdaten, zur Verfügung.

Der SBU-Vorsitzende hatte hinzugefügt, dass der russische Geheimdienst dem Agenten "G" auch dazu angewiesen hatte, auf ihre Kosten aus dem Kriegsgebiet geschmuggelte Waffen und Munition zu kaufen, und Waffenlager in der Region von Kiew zu organisieren.

Der SBU hatte im Vorfeld von der Operation gegen Babtschenko erfahren und suchte die Täter. Infolge dieser Gegenoperation habe der SBU einen "unwiderlegbaren Beweis der terroristischen Aktivitäten des russischen Geheimdienstes auf dem Territorium der Ukraine" gesammelt.

Nach dem Mord an Babtschenko plante "G", die Ukraine zu verlassen, aber er wurde verhaftet. Gemäß Hryzak hatte der SBU ihn bereits vor mehreren Stunden verhaftet.