Die Ukraine unterhält praktisch keine diplomatischen Beziehungen mit der Russischen Föderation mehr.

Die Kiewer-Diplomaten kommunizieren mit Moskau, nur wegen der Freilassung von politischen Gefangenen und bei Treffen des sogenannten Normandie-Formats.

Der Außenminister der Ukraine Pavlo Klimkin, erklärte dies während eines Arbeitsbesuchs in Iwano-Frankiwsk.

"Wir planen, die Visa-Pflicht [für russische Staatsbürger] einzuführen. Erstens brauchen wir ein biometrisches Grenzkontrollsystem, und zweitens brauchen wir eine systematische Überwachung aller aus Russland kommenden Personen, ähnlich der anderer Länder, so wie Israel es beispielsweise durchführt. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, müssen wir nicht nur das normale Visaverfahren einführen, sondern auch biometrische Visa, dann wird klar, wer die Grenze überschritten hat. Nur dann werden wir wirklich alle, die in das Land kommen, kontrollieren können", sagte Klimkin.

Der Minister äußerte sich auch zu der Möglichkeit, diplomatische Beziehungen zu Russland komplett abzubrechen. Klimkin glaubt, dass ein solcher Schritt den Ukrainern schaden würde, die jetzt in Russland leben und arbeiten.

"Faktisch haben wir keine diplomatischen Beziehungen mehr zu Russland", sagte er und erklärte, dass ukrainische Diplomaten mit Russland nur über die Freilassung politischer Gefangener und bei Treffen des sogenannten Normandie-Formats kommunizieren.

"Wir haben eigentlich keine Themen mehr, die von gegenseitigem Interesse sind, auch nicht bei den internationalen polit-Veranstaltungen. Was können wir mit dem Aggressorstaat überhaupt besprechen? Wir haben keine Botschafter. Über welche diplomatischen Beziehungen reden wir? Es besteht nur ein loser Rahmen, um für unsere Bürger Sorge zu tragen", sagte Klimkin.

Wie bereits berichtet, plant die Ukraine das Visaverfahren an den Aussengrenzen zu Russland einzuführen.