Der russische Außenminister Sergej Lawrow argumentiert, dass Russland infolge der Osterweiterung der NATO, auf der Krim und in den Donbass einmarschiert ist.

"Die ukrainische Krise war nicht die Ursache der gegenwärtigen Beziehungen zwischen Russland und dem Westen, sondern eher eine Folge der Politik, der westlichen Länder, vor allem die der USA und der NATO-Verbündeten, nach dem Ende des Kalten Krieges", sagte Lawrow in einem Interview mit der serbischen "Beta"-Nachrichtenagentur.

"Anstatt die einzigartige historische Chance zu nutzen und eine wahrhaft gesamteuropäische Struktur von Sicherheit und Kooperation zu schaffen, hat sich der Westen trotz aller Versprechen der Führer der Vereinigten Staaten und vieler europäischer Länder in der NATO für die NATO-Erweiterung entschieden."

"Es wurde nicht in irgendwelchen Vereinbarungen und Rechtsdokumenten niedergeschrieben, aber ein so genanntes "Gentlemen's Agreement" wurde erreicht. In der Tat werden wir in Zukunft versuchen, besser zu verstehen, wer ein Gentleman ist und wer nicht. Aber die offiziellen Dokumente aus den amerikanischen Archiven, die kürzlich freigegeben wurden, zeigen unmissverständlich, dass in einem Dialog zwischen der Sowjetunion und den USA starke Zusicherungen gegeben wurden", sagte Lawrow. Westliche Politiker die an den damaligen Gesprächen beteiligt waren, bestreiten allerdings, dass es solche mündliche Vereinbarungen jemals gegeben hatte.

Laut Lawrow, sei "was in der Ukraine geschehen ist, keine Überraschung für Russland".

"Dies war, eine Konsequenz der Linie, die die NATO gewählt hatte. Nach dem Ende des "Kalten Krieges" fanden drei Wellen der Erweiterung der Allianz statt, und mit jeder dieser Wellen rückte ihre militärische Infrastruktur näher und näher an die russischen Grenzen", sagte Lawrow.

Lawrow ist überzeugt, dass der Balkan jetzt in dieses "Spiel" hineingezogen werden könnte, da die Balkanstaaten gezwungen sein werden, eine Entscheidung zu treffen: entweder mit dem Westen oder mit Russland. "Eine solche Wahl wurde auch von der Ukraine verlangt", legte der russische Außenminister die russische Ansicht dar.