In Lettland finden am Samstag, dem 6. Oktober, Parlamentswahlen statt, die zur Machtübernahme der pro-russischen Kräfte führen könnten.

An den Wahlen nehmen 16 Parteien und politische Gewerkschaften teil. Umfragen zeigen, dass die 5-Prozent-Grenze von drei politischen Kräften überwunden wird.

Die größte Unterstützung (fast 15%) besteht für die Sozialdemokratische Partei "Saskana" ("Zlagoda") des Bürgermeisters von Riga, Nil Uschakow, die sich hauptsächlich auf die russischen Wähler konzentriert.

An zweiter Stelle (9,8%) - die Partei des amtierenden Premierministers der Union der "Grünen" und Bauern. Die drittgrößte Fraktion könnte die KPV LV - "Wem gehört der Staat" bekommen. Derzeit wird diese populistische Partei von 9,3% der Wähler unterstützt.

Der Rest der Parteien befindet sich in der Risikozone oder hat wenig Chancen, in das Parlament zu gelangen.

Eine solche Situation schafft die Möglichkeit, dass eine neue Koalition nicht ohne ein prorussisches "Abkommen" gebildet werden kann. Diese Situation kann zum Präzedenzfall werden, zum ersten Mal könnte die pro-russische "Zlagoda" von der Opposition an die Macht gelangen. Bei den letzten Parlamentswahlen im Jahr 2014 hat die "Zlagoda" bereits gewonnen, trat aber nicht mit in die Koalition ein.

Allerdings hat "Zlagoda" Änderungen in der Wahlstrategie beschlossen. Seit 2014 hat die Partei ihre Rhetorik über die Beziehungen zu Russland erheblich angepasst. Die Partei hat die Annexion der Krim nicht anerkannt und sogar das Abkommen über die Zusammenarbeit mit dem "Einheitlichen Russland" beendet.

Die Wahllokale im Land sind noch bis 20:00 Uhr geöffnet.