Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron haben über die Freilassung ukrainischer Soldaten und politischer Gefangener diskutiert, die von russischen Söldnern im Donbass, sowie in russischen Gefängnissen gefangen gehalten werden.

Poroschenko sagte dies bei einer Besprechung nach einem Treffen der Staatsoberhäupter in Aachen, berichtet Ukrinform.

"Wir haben auch über die humanitäre Komponente gesprochen, einschließlich des Austauschs von Geiseln im besetzten Gebiet, einschließlich ukrainischer Soldaten und politischer Gefangener, die illegal in Russland inhaftiert sind. Eine klare Namensliste wurde diskutiert", betonte Poroschenko.

Laut dem ukrainischen Präsidenten unterstützen die Anführer Frankreichs und Deutschlands die Position der Ukraine, dass die Minsker Abkommen nicht ohne die Einführung einer UN-Friedensmission realistisch umgesetzt werden können.

"Wie die Praxis zeigt, kann die Sicherheitskomponente der Minsker Abkommen nicht ohne eine vollwertige Friedensmission im besetzten ukrainischen Donbas umgesetzt werden. Ich möchte anmerken, dass sowohl die deutsche Bundeskanzlerin als auch der Präsident Frankreichs die Position der Ukraine unterstützten, sowie unsere amerikanischen Partner", sagte der ukrainische Präsident.

Poroschenko informierte auch über die Eskalation der Feindseligkeiten durch russisch-terroristische Kräfte im Donbass.

Die drei stimmten auch zu, die Tagesordnung für das nächste Treffen der Normandie-Gruppe (Frankreich, Deutschland, Russland und Ukraine) zu prüfen, das in Paris stattfinden könnte. Poroschenko wies darauf hin, dass die Agenda gründlich vorbereitet werden müsse, um effektive Verhandlungen zu gewährleisten.

Poroschenko traf Merkel und Macron im Rahmen seines Arbeitsbesuchs am 9./10. Mai in Deutschland. Am 18. und 23. Mai werden die europäischen Staats- und Regierungschefs den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen, um die nächsten Verhandlungen im Normandie-Format zu planen.

Das letzte Treffen im "Normandie-Format" auf höchstem Niveau fand im Oktober 2016 in Berlin statt. Seitdem fanden die Kontakte nur noch auf der Ebene einer Arbeitsgruppe statt.