Im Jahr 2014 hatte der Kreml den geheimen Plan „Troja“ zur Vorbereitung einer prorussischen Rebellion in der Region Saporischschja vorbereitet, berichtet die ukrainische Ausgabe von „Voice of America“ (ukrainian.voanews.com) unter Bezugnahme auf den Artikel von "The Times" - „Operation Troja: russischer Plan zur Ausdehnung des Chaos in der Ukraine“.

„Der Autor des Artikels Tom Parfitt berichtet aus Moskau über den geheimen Plan „Troja“, den Alexej Muratow [Ein ehemaliges Mitglied der russischen Duma von Putins Partei „Einiges Russland“, der im Jahr 2014 zum Vertreter von Putin bei den Donezker Separatisten im Osten der Ukraine ernannt wurde] an den Kreml im November 2014 gesendet hatte. Im Plan standen ganz klar die Namen der Anführer der pro-russischen Unruhen und Spione waren bereits vor Ort aktiv. Es ging um die Strategie zur Vorbereitung der Bevölkerung der Region Saporischschja auf die prorussische Rebellion in der Region, dies sollte unter dem Namen „Befreiung von Nazi-faschistischen Invasoren“ geschehen, schreibt „Voice of America“.

Es wird darauf hingewiesen, dass dieser Vorschlag Teil eines umfassenderen Kreml-Plans zur Destabilisierung der Ukraine war. All dies steht in dem Bericht, mit dem "The Times" vertraut ist. Der Bericht basiert auf der Erfassung von Informationen aus den E-mails des einflussreichen Beraters von Wladimir Putin, Wladislaw Surkow, den manche „Putins Rasputin“ nennen.

Der Co-Autor des Berichts, Bob Seely, ein Mitglied des britischen Parlaments der konservativen Partei, hat erklärt, dass in den Dokumenten über die versteckten Kampagnen und den Hybridkrieg mit einer klaren Anweisung der Finanzierung von Cyber-Attacken, der Verbreitung von Fake-Nachrichten, der Verteilung von Bestechungsgeldern, und Bezahlung für die Teilnahme an Protestaktionen, bis zum konkreten „Preis“ für den Sturz regionaler Regierungen, berichtet wird.

Der Plan beinhaltete Manipulationen der öffentlichen Meinung vor der Rebellion in Saporischschja, er bezweckte, die Region aus der Umlaufbahn der Zentralregierung in Kiew zu entreißen. Die Rebellion sollte durch ein bestehendes russisches Agentennetz unterstützt werden, welches bereits auf dem Territorium agierte. Vorgesehen war ebenfalls die Verknüpfung von Kontakten mit der lokalen Polizei und dem Sicherheitsdienst.

Laut der Operation „Troja“ schlug Alexej Muratow vor, 181.000$ in die Ausdehnung der prorussischen Rebellion weiter westlich des Donbass zu investieren. Das Dokument wurde wahrscheinlich an den Stellvertreter von Surkow geschickt.

Der Plan hat zudem deutlich aufgezeigt, wohin die Gelder aus dem Budget der Operation fließen sollten: 40.000$ für die Organisation pro-russischer Proteste in Saporischschja, 10.000$ zur Unterstützung des Agentennetzes im Sicherheitsdienst und im Innenministerium der Ukraine und bis zu 49.000$ waren für den Kauf von Fahrzeugen vorgesehen.

Muratows Plan wurde allerdings niemals ins Leben gerufen, und es sei schwer zu sagen, ob Moskau den Plan ernsthaft in Betracht gezogen hatte, schreibt Parfitt abschließend dazu. Allerdings sind deutliche Parallelen zu den damaligen Vorgängen in Donezk und Luhansk zu erkennen.


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