Das Bezirksgericht-Pechersk wird keine Präventivmaßnahmen gegen Mikheil Saakaschwili beantragen. Damit ist Saakaschwili mindestens bis zur nächsten Gerichtsverhandlung auf freiem Fuß.

Saakaschwili ließ sich gleich von drei Anwälten verteidigen, die abwechselnd ihre Plädoyers ausführten.

"Eine sehr mutige Richterin. Ich denke, dass sie jetzt "gehen" muss. Aber Sie hat alles richtig gemacht, sich an das Gesetz gehalten. Zuerst sahen sie [die ukrainische Regierung] eine große Anzahl von Leuten auf die Straße gehen, und heute hat die Richterin ihre Instruktionen nicht befolgt. "Ihr" System bröckelt. Ich werde meine politischen Aktivitäten nun fortsetzen, mich mit anderen politischen Kräften beraten", sagte Saakaschwili, in einem ersten Interview.

"Sie haben heute gehört, dass es kein Verbrechen und keine illegalen Aktivitäten von Mikheil gab", sagte Ruslan Chernolutsky, einer von Saakaschwilis Anwälten.

Zuvor waren mehrere ukrainische Politiker im Gerichtssaal anwesend gewesen, um für Saakaschwili zu bürgen. Darunter auch die ehemalige Regierungschefin Julija Tymoschenko, welche Saakaschwili umarmte und sogar eine kurze Rede vortrug.

Die Staatsanwaltschaft hat nun fünf Tage Zeit, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.

Die nächste Gerichtsverhandlung ist für den 14. Dezember angesetzt. Erst dann wird der vollständige Wortlaut und das abschliessende Gerichtsurteil bekannt gegeben werden.