Präsident Wolodymyr Selenski sagte, er habe die Reaktion des Außenministeriums auf die russische Note, wonach die Ukraine ihre 24 Seeleute nach russischem Recht strafrechtlich verfolgen solle, bisher nicht einmal gesehen. Das ukrainische Außenministerium merkte in der Reaktion an, dass eine solche Bedingung "inakzeptabel" sei.

Bei einer Pressekonferenz am 27. Juni in Kyjiw forderte Selenski den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, die vom russischen FSB in der Nähe der Krim im November 2018 angegriffenen und inhaftierten Seeleute freizulassen.

"Ich möchte an den Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin appellieren: Wir haben alle Kinder, bringen sie die Kinder zu ihren Eltern zurück", sagte Selenski.

Der ukrainische Präsident zeigte sich empört darüber, dass das ukrainische Außenministerium eine Antwort "ohne sein Wissen" an Russland gesendet hatte. Selenski fügte hinzu, dass er das an den Angreifer gesendete Dokument "nie gesehen" habe. Das Staatsoberhaupt sei zudem äußerst unglücklich darüber, dass er "über außenpolitische Bewegungen aus dem Internet erfahre".

Der Internationale Seegerichtshof hatte Russland angewiesen, die 24 ukrainischen Seeleute bis zum 25. Juni freizulassen und in die Ukraine zurückkehren zu lassen. Russland weigerte sich dem zu entsprechen und erklärte, es erkenne die Zuständigkeit des Gerichts nicht an.


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