Der in Russland inhaftierte Oleh Senzow wird den russischen Präsidenten Putin nicht um seine Begnadigung bitten.

Das gab am Freitag der Verteidiger von Senzow, Dmytro Dinze bekannt, berichtet Interfax.

„Oleh ist gegen die Begnadigung. Er wird nicht an den Präsidenten schreiben“, sagte Dinze. Der Zustand des hungerstreikenden Filmregisseurs bleibt laut dem Verteidiger unverändert. Er liege vorwiegend im Bett, weil er Probleme mit den Nieren und dem Herz habe. Er bekomme drei bis vier Liter Flüssigkeiten über einen Katheter.

Der Sprecher von Putin, Dmitri Peskow, sagte am 19. Juni, dass Senzow selbst um seine Begnadigung bitten müsse.

Der rechtswidrig inhaftierte Senzow ist am 14. Mai in den unbefristeten Hungerstreik getreten. Er fordert die Freilassung aller Ukrainer, die in Russland und auf der besetzten Halbinsel Krim inhaftiert sind. Der ukrainische Filmregisseur wurde in Russland in einem international kritisierten Prozess zu 20 Jahren Straflager verurteilt.

Die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments Ljudmyla Denisowa befindet sich in Russland seit dem 15. Juni. Ihr wird aber der Zugang zu Oleh Senzow und anderen inhaftierten Ukrainern verweigert.

Nach Angaben des ukrainischen Außenministeriums gibt es mindestens 24 ukrainische politische Gefangene in Russland und mehr als 40 auf der besetzten Krim. Unter ihnen ist auch der Journalist der Nachrichtenagentur Ukrinform, Roman Suschtschenko, der in Moskau wegen Spionage zu zwölf Jahren Lagerhaft verurteilt wurde.


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