Michail Saakaschwili, der Führer der Partei der "Bewegung der neuen Kräfte" in der Ukraine und ehemaliger Präsident Georgiens, hat den russischen Föderalen Sicherheitsdienst (FSB) beschuldigt, für den Prozess in Kiew Beweise gegen ihn angefertigt zu haben.

Saakaschwili erhob nach einer Gerichtsverhandlung am 3. Januar in Kiew Anklage gegen die Staatsanwaltschaft, nachdem diese das Gericht dazu aufgefordert hatte, ihn unter Hausarrest zu stellen. Saakaschwili hatte sich zuvor geweigert, Fragen der Hauptverwaltung des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) zu beantworten.

Die Richter vertagten die Anhörung auf Antrag der Staatsanwälte bis zum 11. Januar, ohne eine Entscheidung zu fällen.

Die ukrainische Staatsanwaltschaft beschuldigt Saakaschwili, der Unterstützung einer "kriminellen Gruppe" des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch, welcher nach seinem Sturz im Februar 2014 nach Russland geflohen war. Die ukrainischen Behörden behaupten ebenfalls, dass die von Saakaschwili in der Ukraine geführten Proteste Teil einer russischen Verschwörung gegen die Regierung in Kiew sind.

Ein Teil der Beweise in diesem Fall stützen sich auf Aufzeichnungen eines angeblichen Telefongesprächs zwischen Saakaschwili und einem pro-russischen ukrainischen Geschäftsmann, der sich in Russland versteckt.

Ankläger behaupten, dass der Unternehmer, Serhiy Kurchenko, Saakaschwili Geld angeboten hat, um Proteste und öffentliche Unordnung in der Ukraine zu organisieren. Saakaschwili soll dies akzeptiert haben.

Saakaschwili, der am 3. Januar mit seiner Frau und einem Sohn an der Anhörung in Kiew teilnahm, bestreitet alle Vorwürfe.

Forensische Beweise von Staatsanwälten laut Saakaschwili fehlerhaft

Saakaschwili behauptete auch, dass die Beweise gegen ihn vom SBU mit Beteiligung des FSB fabriziert worden seien. Weitere Details inwiefern der russische Geiheimdienst involviert sei, konnte er allerdings nicht nennen.

"Die sogenannten forensischen Beweise, mit denen bewiesen werden soll, dass mein so genanntes Gespräch authentisch sei, haben viele Fehler. Zuallererst habe ich es abgelehnt, ihnen eine Stimmprobe zu geben, als ich vom SBU-Sicherheitsdienst verhört wurde. Trotzdem konnten sie forensische Schlussfolgerungen präsentieren, die besagen, dass die Stimme auf dem Band mir gehört", sagte Saakaschwili.

"Aber ihr eigener Experte sagt in der Dokumentation, dass das forensische Team keine richtige Stimmprobe für eine gründliche Analyse hatte. Das erinnert mich an den alten sowjetischen Stil, als die Behörden die Echtheit dessen bewiesen, was auch immer sie selbst behaupteten", so Saakaschwili weiter.

Saakaschwili sagte weiter, dass die ukrainischen Behörden versuchen, ihm den vorübergehenden Schutzstatus zu verweigern und "Bedingungen" für seine "Vertreibung aus dem Land" zu schaffen, damit er nach Tiflis ausgeliefert werden kann, wo er derzeit angeklagt wird, sein Amt als Präsident Georgiens missbraucht zu haben.

"Vor zehn Minuten begann in Tiflis ein Prozess gegen mich, genau wie in Kiew", sagte Saakaschwili während seiner Anhörung in Kiew am 3. Januar. "Glaubst du, es ist ein Zufall? Oligarchen sind in der Lage, Geschäfte zu machen aber sie sollten diese zumindest zu verschiedenen Zeiten tätigen."

Daraufhin forderte der ex-Präsident Georgiens, alle Oppositionskräfte in der Ukraine dazu auf, zukünftige Massenkundgebungen und andere Aktionen zu koordinieren.

"Ich möchte alle wahren Oppositionskräfte der Ukraine aufrufen, unabhängig von ihrer gegenseitigen Meinung, sich zusammenzusetzen und gemeinsam über die Daten zukünftiger Kundgebungen und anderer anschließender Aktionen zu entscheiden", sagte er Reportern nach der Sitzung des Berufungsgerichts in Kiew am Mittwoch.

Saakaschwili wies darauf hin, dass eine solche Koordinierung der Maßnahmen für eine größere Wirksamkeit der Kundgebungen erforderlich sei.

"Ich möchte keine einseitigen Aktionen und Initiativen, so dass es keine Möglichkeiten mehr gibt, sie "Mikhomaidan", "Saakaschwilis Kundgebungen" oder "Kundgebungen zur Unterstützung von Saakaschwili" zu nennen".

Die Gerichtsverhandlung gegen Saakaschwili soll am 11. Januar weitergeführt werden.