Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte, die Gaslieferungen in die Ukraine hätten sich "stabilisiert", nachdem der russische Gasriese Gazprom Anfang letzter Woche im jüngsten Energiekonflikt zwischen den beiden Ländern Gaslieferungen gestoppt hatte.

"Die schwierige Situation, die durch das Vorgehen von Gazprom entstanden ist, wurde dank der gemeinsamen Aktionen der Ukrainer und der Behörden gelöst. Am Samstagvormittag hatten wir einen starken Anstieg der Gaslieferungen aus Polen, der Slowakei und Ungarn", sagte Poroschenko am 3. März in den ukrainischen Medien.

"Heute haben wir eine stabile Gasversorgung. Wir haben genug Gas in den Lagerstätten aus eigener Produktion und aus Importen", fügte der ukrainische Präsident hinzu.

Kiew und Moskau wurden am 1. März in einen neuen Gasstreit verwickelt, nachdem der russische Konzern "Gazprom" unerwartet beschlossen hatte, die Lieferungen für die Ukraine nicht wieder aufzunehmen, wodurch die Ukraine gezwungen war, trotz eisiger Temperaturen die Versorgung zu reduzieren und viele Schulen und Universitäten zu schließen.

Gazprom sagte, es habe eine Vorauszahlung an die Ukraine geleistet und werde die Gaslieferungen nicht wieder aufnehmen, da eine zusätzliche Vereinbarung zu den bestehenden Vereinbarungen noch nicht erreicht worden sei.

Der ukrainische Premierminister Wolodymyr Hrojsman veruschte in einer Fernsehansprache am 2. März die Öffentlichkeit zu beruhigen und sagte, dass alternative Lieferungen arrangiert worden seien, nachdem der ukrainische Energiekonzern Naftogaz einen dringenden Vertrag mit Polens "PGNiG" unterzeichnet habe.

Hrojsman sagte, er erwarte, dass sich die Versorgungslage des Landes innerhalb von fünf Tagen wieder normalisieren werde.

Die Entscheidung von Gazprom folgt einer Entscheidung des Stockholmer Schiedsgerichts vom 28. Februar, welches besagte, dass Gazprom 2,56 Milliarden US-Dollar an Naftogaz zahlen müsse, nachdem die gegenseitigen Ansprüche und Gegenforderungen im Zusammenhang mit Gaslieferungen und Transit nach mehreren Jahren kommerzieller Streitigkeiten abgewogen wurden.

Gazprom-Chef Aleksei Miller sagte am 2. März, die Entscheidung des Gerichts bedeute, dass die Gasgeschäfte des Unternehmens mit der Ukraine nicht länger wirtschaftlich rentabel seien. Daher hätte Gazprom keine andere Wahl, als das Gericht zu bitten, die Verträge zu kündigen.

Die Europäische Union hat unterdessen angeboten, zu vermitteln, um den Streit beizulegen.