Das ukrainische Außenministerium hat die Entscheidung eines russischen Gerichts verurteilt, die Haftdauer des erst 19-jährigen Ukrainers Pavlo Hryb, der in Russland in Untersuchungshaft genommen wurde, zu verlängern.

"Wir verurteilen die "Entscheidung" eines russischen Gerichts aufs Schärfste und fordern die Freilassung des politischen Gefangenen [Pavlo] Hryb", schrieb die Pressesprecherin des Außenministeriums, Mariana Betsa, am Sonntag, den 29. April.

"Wir bestehen auch auf den Zugang der ukrainischen Ärzte [zu Hryb]", fügte Betsa hinzu.

Er wird nach Artikel 205 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation [Terrorakt] angeklagt. Russische Ermittler beschuldigten Pavlo Hryb, angeblich einen Terroranschlag auf eine Schulversammlung in Sotschi geplant zu haben.

Das Bezirksgericht im russischen Krasnodar hatte am 28. April die Haft für den politischen Gefangenen um weitere zwei Monate - bis zum 4. Juli - verlängert. Der Vater des Inhaftierten merkte an, dass sich das Sehvermögen seines Sohnes während seines Aufenthaltes im Gefängnis erheblich verschlechtert hatte.

Bei Hryb wurde eine portale Hypertension diagnostiziert, die täglich die dringende Einnahme von Medikamenten und eine spezielle Diät erfordert, ohne die ein Todesrisiko besteht. Die russischen Behörden stellen ihm keine angemessene medizinische Behandlung zur Verfügung. Sie erlaubten bisher auch keinen ukrainischen Ärzten, den Teenager zu besuchen und seine Gesundheit zu untersuchen.

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