Mehr als 100.000 Ukrainer in Transkarpatien haben ungarische Pässe erhalten, ein Verstoß gegen ukrainisches Recht, wie der stellvertretende ukrainische Außenminister Wasyl Bodnar erklärt hat.

"Die meisten dieser Pässe wurden ausgestellt, bevor die Ukraine das visumfreie Reiseverfahren [mit der EU] erhalten hat, und diese Pässe hatten praktischen Nutzen. Es war möglich, ohne Einschränkungen die Grenze zu überqueren, um in Ungarn oder anderswo eine Arbeit zu finden", merkte der Vertreter des Außenministeriums an.

Bodnar betonte allerdings, dass die ukrainische Gesetzgebung im Gegensatz zu Ungarn keine doppelte Staatsbürgerschaft vorsehe. "Das ist ein Verstoß gegen das ukrainische Recht. Und derjenige, der seinen Pass erhalten hat, sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein".

"Nach verschiedenen Schätzungen, gingen etwa dreißig bis vierzigtausend wehrfähige Ukrainer, ungarischer Herkunft in andere europäische Länder. Realistisch gesehen haben sowohl Ungarn als auch die Ukraine diese Personen verloren ... Sie sind dorthin gegangen, wo es höhere Gehälter gibt. Besonders in die Slowakei, Österreich und Deutschland, dort sind die Gehälter deutlich höher als in Ungarn", fügte Bodnar hinzu.