Budapest hat nach dem Skandal mit dem Konsulat in Berehowe nicht aufgehört, Pässe an ukrainische Staatsangehörige ungarischer Herkunft auszustellen. Die Zeremonien finden nun jedoch nicht mehr in der Transkarpatien-Region der Ukraine, sondern in Ungarn statt.

"Budapest hat die Bürgerschaftszeremonien in der Region Transkarpatien vorübergehend ausgesetzt. Von nun an werden sie in lokalen Selbstverwaltungsbüros im ungarischen Szabolcs-Szatmár-Bereg-Kreis abgehalten, der an die Ukraine grenzt", heißt es in einem Artikel von Igor Solovey mit dem Titel "Neue Dimensionen des ukrainisch-ungarischen Konflikts".

Budapest untersucht auch das Auftauchen eines skandalösen Videos des Konsulats in Berehowe, in dem an Einwohner von Transkarpatien ungarische Pässe ausgestellt werden mit der Bitte, dies geheim zu halten. Ungarische Sonderdienste führen nun eine gründliche Überprüfung derjenigen durch, die sich für eine beschleunigte Staatsbürgerschaft bewerben.

Die ungarische Kulturgesellschaft in der Region Transkarpatien und die Demokratische Union der ukrainischen Ungarn erklärten, dass sie und die Konsulate aufgrund erweiterter Kontrollen ukrainischer Ungarn für die doppelte Staatsbürgerschaft an der Grenze, gar Rechtshilfezentren wiedereröffnet hätten.

Ein ähnliches Zentrum arbeitete bereits im Jahr 2015, als Anwälte den transkarpathischen Ungarn dabei half, der Mobilisierung durch die ukrainische Armee zu entgehen.

Ungarn plane laut dem Artikel zudem, Kiew zu beschuldigen, das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine verletzt zu haben.


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