Kürzlich wurde der russische Journalist Iwan Golunow verhaftet, ihm wird, in quasi sowjetischer Manier, der Handel mit Drogen vorgeworfen.

Sofort gab es eine Welle der Solidarität in Russland, große Zeitschriften veröffentlichten Titelbilder zu seiner Unterstützung, es gab Demonstrationen in Moskau - und das Regime hat erstmal nur Hausarrest verhängt.

Ein Fall, in dem die Zivilgesellschaft gegen den Unrechtsstaat aufsteht?
Ja, das stimmt.

Jedoch, aus diesen Ereignissen auf eine liberale russische Opposition zu schließen, ist fatal, denn viel mehr zählt, wogegen diejenigen, die sich nun als Verfechter der Pressefreiheit sehen, nicht demonstriert haben:

Nämlich die völkerrechtswidrige russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim, den russischen Angriffskrieg in der Ostukraine, die Verschleppung und Inhaftierung von ukrainischen Journalisten wie Mariia Varfolomeieva (inzwischen freigelassen) und Roman Shuschenko.

Wer liberaler Journalist ist, der wäre auch für seine ukrainischen Kollegen in Moskau auf die Straße gegangen, der hätte auch für ihre Freiheit gekämpft.

So aber bleibt es ein Protest russischen Nationalismus gegen die Tücken dieses Nationalismus.

Liberalismus? Fehlanzeige.


Über den Autor:
Raúl Wolfgang Bruning
Jahrgang 1995
Gelernter Kaufmann für Spedition & Logistikdienstleistung.

Engagiert sich seit 2014 aktiv in der Jungen Union, mit dem Schwerpunkt auf Außen- & Handelspolitik.