Die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden ziehen eine Abschiebung oder Auslieferung von Micheil Saakaschwili, nicht in Betracht. Zeitgleich wurde Saakaschwili auf eine landesweite Fahndungsliste gesetzt. Auch Saakaschwilis verschollener ukrainischer Pass wurde sichergestellt.

Yury Luzenko, der Generalstaatsanwalt der Ukraine, sagte dies bei einer Liveübertragung im unkrainischen TV.

"Ich denke, dass es keine Zugeständnisse geben kann, wenn Saakaschwili so handelt. Eine Abschiebung oder Auslieferung kommt derzeit nicht in Frage. Es geht um die Frage, und um den Verdacht im Zusammenhang mit einer besonders schweren Straftat und um seine Verantwortlichkeit. Saakaschwili ist derzeit auf halbem Wege zum Status eines Straftäters. Er wurde auf eine landesweite Fahndungsliste gesetzt. Nach der heutigen Flucht [ vor der Polizei] steht er ihm etwas bevor, das schwerwiegender ist als ein Hausarrest", sagte Luzenko.

Spezialeinheiten der Polizei fanden bei einer Durchsuchung am Montag, in der Wohnung eines engen Freundes von Saakaschwili, den ukrainischen Pass von Micheil Saakaschwili. Die durchsuchte Wohnung, soll laut diversen Medienberichten Severion Dangadse gehören. Dangadse soll laut Angaben des ukrainischen Generalstaatsanwalts, den Kontakt zwischen Saakaschwili und dem wegen Veruntreuung in der Ukraine gesuchten Oligarchen Serhiy Kurchenko, hergestellt haben.


"Viele Materialien, die für die Untersuchung notwendig sind, einschließlich des ukrainischen Personalausweises, der laut Saakaschwilis Aussagen vom Innenminister [Avakov] oder dem Präsidenten [Poroschenko] konfisziert und aufbewahrt wurde, wurden während der Durchsuchung in der Wohnung von Severion Dangadze gefunden", berichtet der ukrainische Generalstaatsanwalt.

Saakaschwili wies daraufhin erneut alle geäusserten Aussagen und Beschuldigungen, als "Fake" und unwahr zurück. "Ich habe niemals Kontakt zu Serhiy Kurchenko gehabt und kenne ihn nicht. Ich habe eine Armee gegen Putin befehligt. Und jetzt beschuldigen sie uns, für Putin zu arbeiten". Er wolle die Nacht nun in einer vor der ukrainischen Rada erichteten Zeltstadt in Kiew verbringen.