Der in Russland inhaftierte ukrainische Filmregisseur Oleh Senzow ist auf unbestimmte Zeit in den Hungerstreik getreten. Er fordert die Freilassung aller Ukrainer, die in Russland und auf der besetzten Krim inhaftiert sind, berichtet Hromadske.

Senzow teilte seinem Verteidiger Dmitri Dinze mit, dass er sich auf diesen Schritt bereits seit zwei Monaten vorbereitet habe. Senzow sagte, er sei bereit zu sterben.

In einer Erklärung schrieb der Ukrainer:

„Ich, Senzow Oleh, Staatsbürger der Ukraine, durch ein russisches Gericht gesetzwidrig verurteilt, habe in einer Strafkolonie in der Stadt Labytnangi seit dem 14. Mai 2018 den Hungerstreik auf ein unbestimmte Zeit erklärt. Die einzige Bedingung für das Ende des Hungerstreiks ist die Freilassung aller ukrainischen politischen Gefangenen, die sich in Russland befinden. Gemeinsam bis zum Ende! Ruhm der Ukraine!“

Nach Angaben seines Strafverteidigers Dinze, ist Senzow nun in einer Einzelzelle. Er schließt eine Zwangsernährung von Senzow nicht aus. Senzows Schwester, Natalia Kaplan, hat Zweifel daran geäußert, dass der Hungerstreik Erfolg haben werde. Sie könne ihren Bruder dabei nicht unterstützen und habe Angst um ihn.

In Russland und auf der Krim gibt es derzeit 64 ukrainische politische Gefangene.

Oleh Senzow wurde in Russland in einem international kritisierten Prozess zu 20 Jahren Straflager verurteilt. Ihm und dem anderen veurteilten Aktivisten Olexandr Koltschenko wurde vorgeworfen, Terroranschläge nach der Annexion der Krim im Frühling 2014 vorbereitet zu haben. Koltschenko wurde zu 10 Jahren verurteilt.


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