Der Bürgermeister der ukrainischen Schwarzmeerstadt Odessa, Hennadi Truchanow, wurde bei seiner Ankunft aus dem Ausland wegen des Verdachts der Unterschlagung festgenommen.

Am Flughafen Boryspil wurde Truchanow von Grenzsoldaten festgenommen und den Beamten des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine (NABU) übergeben, nachdem sein Flug am 14. Februar aus Warschau eingetroffen war.

In einer Erklärung vom 13. Februar teilte das NABU mit, Truchanow sei offiziell darüber informiert worden, dass er bei einer Untersuchung wegen mutmaßlicher Veruntreuung verdächtig sei.

Es hieß, dass ein stellvertretender Bürgermeister und zwei Mitglieder des Stadtrats von Odessa ebenfalls darüber informiert wurden, dass sie Verdächtige seien.

Truchanow war 50 Tage nicht mehr in seinem Bürgermeisterbüro anwesend gewesen. Sein Pressedienst sagte am 14. Februar, dass er eine Geschäftsreise in die Tschechische Republik abbrechen und "in die Ukraine zurückkehren müsse, um an den laufenden Ermittlungen teilzunehmen".

Truchanow werde sich später öffentlich äußern.

Im vergangenen Herbst berichtete das NABU, dass Truchanows Büro, seine Residenz und Räumlichkeiten des Stadtrats von Odessa durchsucht wurden. Der Bürgermeister von Odessa sagte damals, dass die Ermittler nicht seine Wohnung, sondern die seiner Ex-Frau durchsucht hätten.

Das NABU ermittelt wegen des Kaufs von Gebäuden durch den Stadtrat von Odessa, für 185 Millionen Hrywnja. Zuvor waren die Gebäude durch Privatunternehmen für nur 4 Millionen Hrywnja erstanden wurden.