Laut Mustafa Dschemiljew, dem langjährigen Anführer der Krimtataren und dem Gesandten des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko für krimtatarische Angelegenheiten, hat Russland bis zu einer Million Menschen auf der annektierten ukrainischen Region der Krim angesiedelt.

Dschemiljew sagte zu Ukrinform am 27. Mai, dass Moskau "eine große Anzahl" von Menschen aus verschiedenen Regionen Russlands auf die Krim umgesiedelt hat.

"Aber das wird als militärisches Geheimnis behandelt, weil sie genau wissen, dass es ein Verbrechen ist", sagte Dschemiljew.

Er schätzte, dass die Gesamtzahl der in die Region gebrachten Russen zwischen 850.000 und 1 Million lag.

"Russland wiederholt jetzt ungefähr die gleiche Strategie, die während der ersten Besetzung [der Krim] unter [Kaiserin] Katharina [der Großen] angewandt wurde", sagte der Gesandte für krimtatarische Angelegenheiten.

"Zu dieser Zeit war es nicht möglich, Menschen abzuschieben, da es keine Eisenbahnlinien gab. Sie haben einfach unmögliche Lebensbedingungen für Menschen geschaffen, um sie zur Abwanderung zu zwingen. Infolgedessen wurden die Krimtataren sehr schnell zu einer Minderheitsbevölkerung [auf der Krim]."

"Russland hat eklatant gegen die Genfer Konvention verstoßen, welche die Zwangsumsiedlung von Menschen in besetzte Gebiete verbietet. Die Russen schaffen Bedingungen, durch die die Einheimischen gezwungen werden, die Halbinsel zu verlassen. Stattdessen siedeln sie loyal gesinnte Russen auf der Krim an", sagte Dschemiljew diesbezüglich bereits im November letzten Jahres.