Der EU-Botschafter in der Ukraine Hugues Mingarelli glaubt, dass das Anti-Korruptionsgericht in der Ukraine so schnell wie möglich gegründet werden muss.

Laut dem Botschafter wurden im vergangenen Jahr erhebliche Fortschritte im Kampf gegen die Korruption erzielt. Er fügte hinzu, dass trotz der Verabschiedung neuer Gesetze und der Schaffung neuer Agenturen allerdings noch viel zu tun sei, da Korruption nach wie vor eine sehr ernste "Krankheit" der Ukraine sei, die sich auf die gesamte ukrainische Gesellschaft auswirke.

Mingarelli betonte, dass vor allem die neu geschaffenen Anti-Korruptions-Agenturen - das Nationale Anti-Korruptions-Büro (NABU), die Nationale Agentur für Korruptionsprävention (NACP) und andere - gestärkt werden müssen, um im Kampf gegen die Korruption voranzukommen. Das viel diskutierte Anti-Korruptionsgericht "müsse so schnell wie möglich einsatzbereit sein", merkte Mingarelli an.

Der Diplomat sagt auch, dass es für die die Nationale Agentur für Korruptionsprävention entscheidend ist, alle notwendigen Mittel zu erhalten, um elektronische Erklärungen von Regierungsbeamten so schnell wie möglich überprüfen zu können, während die Forderung an Aktivisten der Zivilgesellschaft, ihre Einkommen zu deklarieren, sofort aufgehoben werden müsse.

Mingarelli glaubt, dass der Kampf gegen die Korruption ein endloser Prozess ist und es nicht ausreicht, nur Antikorruptionskörper zu schaffen - es sei notwendig, die Mentalität der Menschen zu verändern.

Nach Ansicht des Botschafters dauert der Prozess der Veränderung der Mentalität sehr lange, während ein heftiger Kampf zwischen jenen tobt, die sich tatsächlich bemühen, die Ukraine zu verändern, das Land zu reformieren - und jenen, die sich gegen Veränderung stellen, und weiter die Zeit zwischen den Jahren 1992-2014 erhalten wollen.