Zahlreiche russische Medien berichteten letzte Woche, dass die ukrainische Währung, Hrywnja, bald zusammenbrechen wird.

Ukraina.ru, Rambler, Narodnyj Korrespondent zitieren alle die die sogenannte Kharkiwer Nachrichtenagentur, die eine gefälschte Geschichte veröffentlicht hat. Die Geschichte basiert auf Kommentaren des ehemaligen ukrainischen Wirtschaftsministers Viktor Suslov (1997-1998) bei dem ukrainischen Fernsehsender 112.

Die Kharkiwer Nachrichtenagentur war bereits mehrmals früher Gegenstand unserer Analysen und ist ein regelmäßiger Verbreiter von Falschinformationen über die Ukraine.

Suslov wurde in der Nachrichtensendung 112 interviewt und wurde konkret gefragt, was er von den Forderungen des IWF hält, den Gaspreis in der Ukraine zu erhöhen, bevor die Ukraine die nächste Tranche an IWF-Hilfen erhält.

„Es ist nicht so sehr der IWF, der verlangt, dass die Ukraine den Gaspreis erhöht, als der IWF, der verlangt, dass die ukrainische Regierung ihre eigenen Versprechen erfüllt,“ sagte Suslov.

Es ist offensichtlich, dass die Finanz- und Haushaltslage der Ukraine sehr schwierig ist und der Gaspreis steigen wird. Die kürzlichen Versuche der Ukraine, Kredite von privaten Finanzmärkten zu hohen Zinssätzen aufzunehmen, zeigen, wie wichtig die nächste IWF-Tranche ist, so dass Kiew sich unbedingt bemühen wird, den Gaspreis zu erhöhen, betonte Suslov.

Auf die Frage, ob die Ukraine auf das IWF-Darlehen verzichten könne, antwortete Suslov, dass es zum jetzigen Zeitpunkt höchst unwahrscheinlich sei. Die ukrainische Regierung und die Nationalbank können nicht verhindern, dass die Währung Hrywnja fällt, was auf einen Mangel an Hartdevisensreserven hindeutet. Es gibt praktisch keine Alternative zu den IWF-Darlehen und die Ukraine muss sich auf Gaspreiserhöhungen und eine wachsende Auslandsverschuldung einigen, erklärte Suslov.

Während sich Suslov insgesamt nicht gerade über die ukrainische Wirtschaft und Währung begeistert zeigte, hat er aber in der besaten Fernsehsendung niemals gesagt, dass die Hrywnja in der Ukraine kurz vor dem Zusammenbruch steht.

Zum Kontext: Am 11. März 2015 genehmigte der IWF einen vierjährigen Rettungssplan für die Ukraine in Höhe von 17,5 Milliarden US-Dollar. Die Ukraine hat vom IWF insgesamt bisher in vier Tranchen rund 8,7 Milliarden Dollar erhalten. Die Auszahlung der nächsten Tranche hat sich aber verzögert, da der IWF die Ukraine aufgefordert hat, alle in dem Programm vorgesehenen Reformen umzusetzen.


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