Bei einem gemeinsamen Interview mit dem deutschen Botschafter in der Ukraine Ernst Reichel mit "Interfax-Ukraine", hat die Botschafterin Frankreichs in der Ukraine, Isabelle Dumont erklärt, dass sie glaubt, dass die Ukraine noch nicht den entscheidenden Punkt bei den Reformen erreicht hat und dass Reformen in der Ukraine, energischer fortgesetzt werden sollten.

"Im Grunde haben wir uns diese Frage in den vergangenen Jahren alle gestellt: Haben wir den Punkt erreicht, an dem es keinen Weg zurück [im Reformprozess] mehr geben kann? Ich denke unglücklicherweise, noch nicht", sagte Dumont.

Dumont wies auch darauf hin, das immer wieder Rückschläge bei den Reformen drohen.

"[Ukrainer] sehen, dass die Ukraine noch nicht den entscheidenden Punkt erreicht hat, wo es keinen Weg zurück mehr gibt. Sie haben Angst. Sie sehen die Ergebnisse nicht in ihrem täglichen Leben, und sie wissen, dass die Situation gar schlimmer werden könnte. Deshalb sind diese letzten Reformen, insbesondere das Antikorruptionsgericht so wichtig, um zu zeigen, dass wir jetzt wirklich dort angekommen sind", präzisierte die Diplomatin.

Dumont betonte, dass Reformen Zeit brauchen, um für die Bevölkerung sichtbar und greifbar zu werden.

Der deutsche Botschafter in der Ukraine fügte hinzu, dass die finanziellen Verluste, die jeder Mensch in der Ukraine erlitten habe, auf den Konflikt mit Russland und auch auf die Fehler vergangener ukrainischer Regierungen zurückzuführen seien.

"Denken Sie daran, vor etwa 10 Jahren hatten alle einen Fremdwährungskredit und haben dann viel Geld verloren. Sehr grundlegende Fehler wurden von der politischen Führung des Landes zu jener Zeit gemacht, deren Auswirkungen sich bis heute bemerkbar machen", erklärte Reichel.

Zuvor hatte das US-Außenministerium die Ukraine aufgefordert, ihre Anstrengungen zur Durchführung von Reformen zu verstärken.