Die trilaterale Kontaktgruppe die über die Situation im Kriegsgebiet des Donbass verhandelt, hat weder beim Gefangenenaustausch noch bei Besuchen bei ukrainischen politischen Gefangenen in Russland irgendwelche Fortschritte erzielt, sagte die ukrainische Vertreterin bei den Gesprächen, Iryna Heraschtschenko.

"Die Russische Föderation hat keine Antwort auf den Vorschlag gegeben, 36 Russen im Austausch für Ukrainer die in russischen Gefängnissen sind, zu tauschen. Weder mündlich noch schriftlich. Das heißt, Russland will seine Bürger nicht zurückholen. Vertreter von ORDLO [separatistisch kontrollierte Gebiete in den Regionen Donezk und Luhansk], die vollständig von Russland kontrolliert werden, sagten, dass sie nur über einen Gefangenenaustausch über eine einzige Person verhandeln würden. So haben sie einen weiteren Versuch unternommen, den Kreml-Befehl auszuführen, um die Zusammensetzung der Gruppe zu korrigieren", berichtet Heraschtschenko auf Facebook.

Sie merkte an, dass der Kreml nicht bereit sei, seine politischen Gefangenen in einem der von ihm kontrollierten Gebiete freizulassen. "Moskau hat sich keinen Preis ausgedacht, den es für diese Trumpfkarte verlangen könnte und plant, die Frage der Geiseln weiter für Feilschen, Erpressung und schmutzige politische Spiele zu nutzen", so Heraschtschenko.

Sie äußerte sich auch nicht besonders glücklich über die Position des OSZE-Koordinators Toni Frisch.

"Es gibt eine überraschende Position des OSZE-Koordinators, der zunächst als "Politisierung des Prozesses" die Klausel über den unmittelbaren Zugang des Roten Kreuzes zu Gefängnissen im besetzten Donbass bezeichnete. Jetzt hält er die Klausel über das Rote Kreuz für den Zugang zu unserem Volk in russischen Gefängnissen für unnötig. Wir werden auf den Zugang zu russischen Gefängnissen als Konfliktpartei und Teilnehmer des Minsker Prozesses bestehen. Nur in diesem Fall kann eine Erklärung angenommen werden. Ich möchte betonen, dass das Rote Kreuz, die UNO und OSZE-Missionen vollen Zugang zu den ukrainischen Gefängnissen haben. Deshalb muss diese Erklärung vor allem Russland und die von ihm besetzten Gebiete betreffen".