Der Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU) hat einen Mitarbeiter eines strategischen Unternehmens des ukrainischen Verteidigungsministeriums festgenommen, der für den Aggressorstaat Russland spioniert hat. Er wurde an seinem Arbeitsplatz in Kiew festgenommen, berichtet der SBU-Pressedienst.

"Ein in Russland geborener Reserveoberst der ukrainischen Streitkräfte wurde im Juli 2017 von einem Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes während eines Aufenthalts bei engen Familienangehörigen in Russland rekrutiert", so der SBU.

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Der Militärangehörige wurde dafür bezahlt, geheime Informationen über den ukrainischen Verteidigungssektor zu sammeln und an seine russischen "Unterhändler" zu übermitteln.

Der russische Geheimdienst interessierte sich insbesondere für die Umsetzung staatlicher Verteidigungsaufträge und die Entwicklung der neuesten Flugsysteme zur Drohnenerkennung, die im Antiterror-Einsatz in der Ostukraine eingesetzt werden.

Der Spion versuchte auch, eine in der Ukraine hergestellte Drohne zu kaufen, um sie später an die russische Luftaufklärung zu übermitteln. Der SBU hatte dokumentiert, dass der Mann mit seinen "Unterhändlern" während seiner Reisen nach Russland und per E-Mail kommuniziert hatte.

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Nach Abschluss seiner Einsätze plante er, nach Russland zu ziehen und die russische Staatsbürgerschaft zu beantragen. Es stellte sich heraus, dass der ukrainische Militärangehörige mit Hilfe eines russischen Nachrichtendienstes bereits eine russische Aufenthaltserlaubnis erhalten und sich in Russland für eine Militärrente registriert hatte.

Bei der Durchsuchung seines Hauses und seines Büros fanden Polizeibeamte Beweise, die den Mann schwer belasten. Er wurde offiziell zum Verdächtigen im Fall von Hochverrat (Art. 111 Abs. 1 StGB) erklärt und in Gewahrsam genommen. Weitere Untersuchungen laufen derzeit noch.