Der polnische Präsident Andrzej Duda forderte die deutsche Regierung auf, den Bau der Nord Stream II Pipeline nicht weiter zu unterstützen.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundespräsident Frank-Walther Steinmeier am Dienstag, dem 23. Oktober, gab Duda die entsprechende Erklärung ab.

Duda forderte Deutschland auf, die Initiative fallen zu lassen, da Nord Stream II eine Gefahr für die Ukraine und die Slowakei darstelle. Der polnische Präsident betonte, dass die neue Pipeline die gegenwärtige Energiebilanz durchbrechen würde, was die Energiesicherheit einiger Länder in Mittel- und Osteuropa gefährden würde. Dieser Umstand würde wiederum die beherrschende Stellung des russischen staatlichen Energiemonopolisten Gazprom stärken.

Laut Duda gehe es dabei nicht um das wirtschaftliche, sondern eher um das geostrategische Projekt. Warschau erwarte zudem die offizielle Unterstützung der EU in dieser Angelegenheit.

Anstatt russisches Gas zu kaufen, entschied sich die polnische Seite für den Kauf von speziellen Erdgas, aus den USA.

Die Ukraine, Polen und die baltischen Staaten haben sich entschieden gegen den Bau von Nord Stream II ausgesprochen, da das Pipelineprojekt, die Abhängigkeit der EU von russischen Energieträgern erhöht. Deutschland, Schweden und Finnland haben bereits erforderliche Baugenehmigungen in ihren Hoheitsgewässern erteilt. Dänemark hatte sich zuletzt eine Pause erbeten, um über alle Optionen nachzudenken.