Der pro-ukrainische Student, Serhiy Rusynov, ist seit fast einem Jahr in der sogenannten Luhansker "Volksrepublik" in Haft. Dies berichtete die Eastern Human Rights Group Ende August auf Facebook.

Die Eastern Human Rights Group beschreibt Rusynov als Student im zweiten Studienjahr an der Hochschule für Kultur und Kunst und als begeisterten Social-Media-Nutzer. Im besetzten Luhansk wurde er beschuldigt, „eine pro-ukrainische Terroristengruppe gegründet“ zu haben und wurde daraufhin zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Rusynov steht derzeit auf keiner Gefangenenaustauschliste. Das heißt, er könnte aufgrund der mutmaßlichen Anschuldigungen weitere fünf Jahre in Gefangenschaft sein.

In den besetzten Gebieten von Donezk und Luhansk kommt es wöchentlich zu Inhaftierungen von normalen Bürgern, schreibt die Menschenrechtsgruppe. In Bezug auf den Vorfall mit Rusynov und ähnlicher Ereignisse hat die Eastern Human Rights Group den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski aufgefordert, eine Liste der seit Mai 2014 in Gefangenschaft befindlichen Anwohner zu fordern. In welchen Gefängnis in den besetzten Gebieten von Donezk und Luhansk Rusynov sich befindet ist unbekannt.

Vier ukrainische Männer wurden aus den Gefängnissen des besetzten Donbass entlassen und am 28. Juni in die Ukraine zurückgebracht, nachdem in Minsk eine Einigung zwischen Wiktor Medwedtschuk, dem Vorsitzenden der ukrainischen Pro-Kreml-Oppositionsplattform für das Leben, und den selbsternannten Anführern des besetzten Donezk und Luhansk erzielt worden war. Drei der befreiten Ukrainer sind Soldaten und einer ein Zivilist. Die Männer verbrachten jeweils ein bis vier Jahre im Gefängnis.

Am 18. Juli wurde ein Gefangenenaustausch mit 208 (pro-)russischen Kämpfern für 69 Ukrainer vereinbart. Laut Roman Bezsmertnyi, ehemaliger Vertreter der Ukraine in der politischen Untergruppe in Minsk, wird der Austausch in den kommenden Tagen oder Monaten stattfinden. 2017 fand ein ähnlicher Austausch statt, und die Ukraine übergab 233 Gefangene für 73 ukrainische Geiseln.

Die Ostukraine leidet seit fünf Jahren unter dem Krieg. Dennoch ist der ukrainische Präsident Selenski zuversichtlich, dass der Krieg "friedlich auf der Grundlage des Völkerrechts und der territorialen Integrität der Ukraine" gelöst werden könne.