Im Jahr 2018 wurde die Ukraine in 461 von 1000 Desinformationsfällen in russischen Massenmedien erwähnt.

Dies berichten Analysten des Projekts "EU vs Desinformation" (EU gegen Desinformation).

"Fünf Jahre nach Beginn des militärischen Konflikts hat der Einsatz von Informationswaffen gegen die Ukraine durch den Kreml nicht nachgelassen: Berichte aus den pro-Kreml-Medien beinhalten immer noch die am meisten verzerrten Informationen über die Ukraine", so die Analysten.

"Die pro-Kreml-Desinformation über die Ukraine richtet sich an das Publikum in Russland, in der Ukraine und in Drittländern, einschließlich des Westens. Den Konsumenten in der Russischen Föderation werden Botschaften übermittelt, die darauf abzielen, die Ukrainer zu entmenschlichen und die ukrainische Regierung als zeitgenössische NS-Anhänger zu deskreditieren", laut der Analyse.

Die ukrainischen Konsumenten werden durch die russischen Medien versucht zu demoralisieren, in dem die militärischen Fähigkeiten der Ukraine gesenkt werden, um die Moral im Konflikt mit der Russischen Föderation zu verringern.

"Die pro-Kreml-Medien im Westen versuchen immer wieder, die Ukraine zu beschuldigen, einen militärischen Konflikt mit Russland zu provozieren. So wurde versucht die Ukraine zu beschuldigen, die Eskalation des Konflikts im Asowschen Meer verursacht zu haben. Diese Strategie wurde auch angewandt um Zweifel an Russlands Rolle am Abschuss der malaysischen Boeing-"MH17" zu säen".

Die Analysten zitieren zudem ein Beispiel eines Interviews mit einem "frustrierten Ukrainer", der sich als belarussischer Schauspieler herausstellte.

"Wenn das westliche Publikum an solche Botschaften glaubt, ergänzt durch Aussagen, dass die Ukraine kein echter Staat ist und die Ukrainer und Russen ein Volk sind, kann der Kreml darauf hoffen, dass der Westen die Haltung bezüglich der Unterstützung der Ukraine ändern wird", stellen die Experten fest.

EU vs. Disinformation wurde als Teil einer Kampagne zur Verbesserung der Prognose, Überprüfung und Reaktion auf pro-Kreml-Fehlinformationen geschaffen und von der "Task Force East StratCom" für strategische Kommunikation organisiert.

Die Gruppe wurde durch die Entscheidung der EU-Staats- und Regierungschefs im März 2015 gegründet, um russischen Desinformationskampagnen entgegenzuwirken.