Die ukrainischen Behörden haben einen ehemaligen Hauptverhandlungsführer, verantwortlich für den Austausch von Gefangenen mit den von Russland unterstützten Separatisten festgenommen und beschuldigt, er habe geplant, Präsident Petro Poroschenko und andere Spitzenpolitiker zu töten.

Ein Richter aus Kiew hat die Anschuldigungen gegen Wolodymyr Ruban bei einer Anhörung am 9. März geäußert, die weniger als 24 Stunden nach seiner Festnahme stattgefunden hatte. Ruban war bei der Einreise in das von der Regierung kontrollierte Territorium in der Ostukraine, mit einer großen Menge an Waffen und Munition, welche in einer Lieferung von Möbeln versteckt waren, festgenommen worden.

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Der Richter sagte, dass die Ermittler sicher seien, Ruban habe geplant, Mörser, Granatwerfer, Schusswaffen und Sprengstoff zu verwenden, um "bewaffnete Angriffe auf die Wohnungen von Staatsmännern und politischen Führern zu verüben", einschließlich Poroschenko, Innenminister Arsen Awakow, den ehemaligen Premierminister Arsenij Jazenjuk, und den Chef des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates Oleksandr Turtschinow, "mit der Absicht, diese zu töten".

Ruban plädierte vor Gericht, dass er unschuldig sei und erklärte, "er wäre in eine Falle getappt". Er sagte weiter, er sei sich "nicht bewusst gewesen", dass in den Möbeln Waffen versteckt waren. Der Richter ordnete an, dass Ruban zwei Monate lang in Untersuchungshaft festgehalten werde, weil er verdächtig ist, terroristische Handlungen geplant und Waffen geschmuggelt zu haben.

Nach der Anhörung twitterte Poroschenko, dass Wasily Hryzak, Chef des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU), die Ermittlungen persönlich überwachen werde.

Heorhiy Tuka, ukrainischer Vizeminister für die vorübergehend besetzten Gebiete, berichtete zuvor auf Facebook, Ruban habe versucht, eine große Menge an Waffen und Munition aus dem Gebiet der von Russland unterstützten Separatisten zu schmuggeln.

Laut Tuka gab Ruban vor, ein gewöhnlicher Bürger zu sein, der versuchte, aus dem separatistisch gehaltenen Gebiet in ein von der Regierung kontrolliertes Gebiet zu ziehen.

Der Generalstaatsanwalt Jurij Luzenko sagte, dass Ruban "nicht zufällig" festgenommen wurde, was andeutet, dass der SBU seine Aktivitäten einige Zeit verfolgt hatte.

Ruban war an der Freilassung von Kriegsgefangenen seit 2014, als der Krieg in der Ostukraine ausbrach, beteiligt. In der Vergangenheit war Ruban allerdings auch an den Aktivitäten von "Ukrainian Choice" involviert, einer Organisation, die viele in der Ukraine als pro-Kreml betrachten. Die Gruppe wird von Wiktor Medwedtschuk geleitet, der mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbunden ist und beim Austausch von Gefangenen eine wichtige Rolle gespielt hatte.

Im Februar 2017 beschuldigten der ukrainische Grenzdienst und der SBU Ruban, Regelungen für die Einreise in Gebiete unter Kontrolle der von Russland unterstützten Separatisten verletzt zu haben.