Der ukrainische Turbinen und Motorenhersteller „Motor Sich“ liefert trotz des Verbots Bauteile für die russische Armee.

Nach 2017 erfolgen die Lieferungen über eine Firma in Bosnien und Herzegowina, wie die investigative Internet-Plattform Bihus.Inhfo berichtet.

Der Ehrenpräsident von „Motor Sich“ ist der langjährige Parlamentsabgeordnete aus Saporischschja Wjatscheslaw Bohuslajew. Er war Anhänger der Zollunion und spricht sich für eine Annäherung mit Russland aus, heißt es im Bericht.

Nach Angaben von Bihus.Info ist Bohuslajew Miteigentümer von einer Reihe von Firmen in Russland. So wartet seine russische Firma „Borisphen“ Flugzeugturbinen für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB und kassierte von 2015 bis 2017 3,5 Millionen Dollar dafür. Auch das ehemalige ukrainische Staatsunternehmen „Universal-Avia“ auf der Krim und die Flugbereitschaft der russischen Regierung ist unter den Kunden von „Borisphen“. Die Ukraine, die EU und die USA verhängten Sanktionen gegen „Universal-Avia“. Ein weiteres Unternehmen aus Russland, das Bohuslajew gehört, lieferte von 2015 bis 2016 wahrscheinlich Bauteile für das russische 218. Flugzeugreparaturwerk. „Motor Sich“ und Bohuslajew erklärten mehrmals, dass Bauteile aus der Ukraine nur für zivile Flugzeuge geliefert werden. Laut Bihus.Info stand in einem Liefervertrag vom 2016, dass die Bauteile von Militärexperten geprüft werden müssen.

2018 stellte „Motor Sich“ direkte Lieferungen der Bauteile von Turbinen ein, so Bihus-Info. Doch das russische Militär kann offenbar jetzt Bauteile über die Firma D.O.O Inzeniring BN in Bosnien und Herzegowina. 2018 lieferte das ukrainische Unternehmen Bauteile für Turbinen TB3-117 nach Bosnien und Herzegowina. Die bosnische Firma lieferte die gleichen Bauteile an zwei Bohuslajew gehörten Unternehmen nach Russland. Ein Direktor der bosnischen Firma bestätigte in einem Telefongespräch mit Bihus.Info, dass diese Firma die einfache Vermittlerfirma zwischen zwei Unternehmen von Bohuslajew ist.

Bihus.Info berichtete auch, dass Bohuslajew ein Maschinenbauwerk in der besetzten Stadt Snischne kontrolliert.

Bei der Parlamentswahl am 21. Juli kandidiert Bohuslajew erneut.


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